Geschichte des Ortes

 

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Poppenwind> Geschichte des Ortes

Jahreszahlen:

 6.- 7. Jahrhundert:                                                              

Die Wenden gründen das Dorf Poppenwind (Boppenwinden). Die Besiedlung Ostfrankens durch die Slawen endet im 8. Jhd.

11. Jahrhundert:

Auf dem Vogelherd stand ein Castrum/ eine Burg. Diese war ein von den Frankenherrschern vorgeschobener Beobachtungs- und Verteidigungsposten gegen die Slawen.

1317:

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Albrecht Truchseß aus Eisfeld hat 2 Teile des Zehnten in Poppenwind.

1425:

Erwähnung des Seelenberges, der heutige Solaberg.

1483:

Von 14 Gütern der Gemeinde Poppenwind gingen 2 dem Kloster Veilsdorf zu Lehen. Des weiteren die Schäfereigerechtigkeit.

1492:

Streit der Gemeinde Poppenwind mit dem Gut Brattendorf vor dem Amtsgericht zu Eisfeld, des Schaftriebes wegen.

1568:  

Das Dorf hatte 4 Tore und einen Schlagbaum zur Sicherung. Die Tore waren am Pfaffenberg, Sandgasse, Kirchgasse (heute Dorfstraße), Wasserschopfe. In der Brattendorfer Hohle, zwischen Haus Nr. 31 und 32, befand sich ein Schlagbaum. Auch an der Ochsenwiese befand sich ein Tor. 

1588: 

Die Gemeinde ließ den Harnisch fegen und Nägel und Riemen an dem selben machen. 2 Hellebarden wurden angeschafft. 

1596: 

Das Hirtenhaus wird mit Schindeln gedeckt. Der gemeine Harnisch wird gerichtet.   

1598:

Die Zeit der ernestinisch-wettinischen Erbteilung. Die Grenzen Der Herzogtümer Sachsen - Coburg und Sachsen Meiningen werden neu versteint.

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1605: 

Ein Riemen an das Glöcklein wird neu beschafft. 

1619: 

Der Hirte muß den Samen bewachen und das Wild von der Saat vertreiben. Auf das Gemeindehaus kommt eine Schlaguhr. 

1629: 

Das Dorf wurde mit neuen Toren versehen. 

1631: 

In Eisfeld wird eine Frau als Hexe verbrannt. 

1632: 

Man kauft Baumöl um die Schlaguhr zu warten. Diese kam im 30-jährigen Krieg abhanden. Geraubt, verkauft oder vom Feuer zerstört? 

1634: 

Die Schlösser in Schwarzbach und Brattendorf werden niedergebrannt. Sie waren damals Eigentum des Hans Leonhard von Heldritt. Ein Quartiermeister des Oberst Lampoischen Regiments ließ sie wegen einer nicht aufzubringenden Kontribution niederbrennen. 

1635: 

Es ist eines der schlimmsten Jahre für den Ort. Die Dorfrechnung enthält nichts als Kriegslieferungen und Kontributionen. Die Not ist so groß, das die Gemeinde Geld borgen muß. Ein neuer Lederriemen für das Glöcklein wird besorgt. 

1632-1635: 

Die ganze Gegend hatte furchtbar unter der Kriegsnot zu leiden. Felder und Gärten waren verwüstet, Nahrungsmittel fehlten und Getreide mußte aus Nürnberg beschafft werden. In Coburg und der ganzen Umgebung wurden in diesen Jahren mehr als 500 Kinder auf den Straßen tot aufgefunden. Sie sind verhungert. 

1636/37: 

Poppenwind schult und pfarrt nach Crock. Die Gemeinde muß zu dem neu erbauten "Gottesacker auf dem Berg zu Crock" zuzahlen. Der alte Friedhof vermochte die große Anzahl der Toten, die im Krieg umkamen, nicht mehr zu fassen. 

1638: 

In der Not verkauft Poppenwind sein Glöcklein nach Sachsendorf. 

1639-1649: 

Die Dorfrechnungen fehlen, es herrscht höchste Kriegsnot. 

1650: 

Die erste Dorfrechnung wird wieder geschrieben. Sie fällt sehr klein aus. 

1657: 

Von den 14 Gütern des Ortes gingen 11 zu Lehen an das Kloster Veilsdorf. 3/5 der Flur lag wüst, nur 2/5 waren unter dem Pflug. 

1658: 

Der Ort hat 22 wüste und 19 bewohnte Häuser. 20 Familien,80 Seelen. 

1660-1663: 

Ein neues Hirtenhaus wird gebaut. Ein Reskript Herzog Ernst des Frommen befiehlt die Wiederherstellung der zerstörten Tore. 

1672: 

Nach 2 jähriger Bauzeit wird die Kirche zu Brünn am 15. Dezember eingeweiht. Von nun an werden die Toten in Brünn und nicht mehr in Crock beerdigt. 

1675: 

Herzog Ernst der Fromme stirbt. Sein Land wird unter seinen 7 Söhnen geteilt. So entsteht auch das Herzogtum Hildburghausen. Weiter entstanden die Herzogtümer Coburg, Gotha, Meiningen, Römhild, Saalfeld und Eisenberg. Der hiesige Herzog war Herzog Ernst. An die Hildburghäuser Herzöge erinnert noch heute der Fürstenweg. Dieser wurde z.B. zu den Jagden der Herzöge verwendet.   

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1687: 

Die Gemeinde muß Holz für die Ausbesserung des Mönchsteiches liefern. (Herstellung des Güßbettes) 

1699: 

Die Tore im Wildzaun am Sand werden ausgebessert. 

1703: 

Erneutes Ausbessern der Tore. 

1705: 

Der Wildzaun wird ausgebessert 

1706: 

Die Gemeinde wurde bestraft, weil man in den jungen Schlägen gehütet hatte. 

1711: 

Die Regierung ordnet die Anbringung von Wegweisern an. 

1713: 

Die Schlagbäume werden erneuert. 

1714: 

"Eine fürstliche Anordnung besagt, daß die Geistlichen niemand nötigen soll, eine Leichenpredigt halten zu lassen". 

1715: 

Major Greiner besaß nach der Güterbeschreibung des Ortes 2/4 des Doppertsgutes und einen Garten. Den "Schulgarten". Das Haus besaß Peter Brust. Dem Major gehörte wohl das Haus Nr. 24. 

1718: 

Eine Sanduhr wird für die Gemeinde angeschafft. 

1723: 

Eine neue Pferchhütte wurde gekauft. Die Herrschaft wollte die Schäferei wieder zurück nehmen. Die Gemeinde lehnte jedoch ab. 

1726: 

Die Gemeinde kauft ein Stück Feld von der Herrschaft, das Rothische Waldrod. Es ging vom Ahorn beim Cronachers Gut bis zur Landwehr neben der Brattendorfer Flur. Es ist ringsherum eingesteint. Auf dem Stein steht MR. 

1727: 

Ein adeliger Herr von Modersbach wohnt hier. 

1730: 

Die Ruhwiese wird zur Ochsenwiese gegeben. Erhardt Schmidt verkaufte der Gemeinde ein Schmiedehäuslein nebst Schafstall. 

1732: 

Poppenwind stiftet der Kirche zu Brünn eine große Nürnberger Bibel. 

1735: 

Der Maurer Jakob Moßler aus Brünn fertigt die beiden Brunnen im Dorfe und den in der Sandgasse aus gehauenen Steinen.

 

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Unterdorf                                                     Mitteldorf
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Oberdorf, Sandgasse (erneuert 1985)

1737: 

Es wurde verboten mit brennenden Tabakspfeifen und brennenden Schleißen in den Stall zu gehen. Major Greiner baut sich ein neues Haus. Durch einen Fürstlichen Befehl vom 5. März wurden die Untertanen angewiesen, mit keinem Juden " zur Abschneidung wucherischer Kontrakte eine Verschreibung oder Oblikation vor jemand anders als der ordentlichen Obrigkeit abzuschließen." 

1738: 

Poppenwind, Schackendorf, Bürden und Birkenfeld unterstanden noch immer dem Bierzwang des Kloster Veilsdorf. 

1739: 

Das Ochsenhüten, Kegeln und Kartenspielen wurde als die Sonn- und Festtage entheiligend verboten. Die Spinnstuben wurden als Sittenverderbend verboten. 

1740: 

Das Heinrich Schillingsche Haus, welches abgebrannt war, wird wieder aufgebaut. 

1742: 

Die Gemeinde borgt Geld in Eisfeld, um den Mönchsteich von der Herrschaft zu kaufen. 

1743: 

Ein neues Schafhaus wurde gebaut. 

1744: 

Nikol Metzger wird bestraft, "weil er die Hochzeit seines Sohnes zu groß gemacht hat." 

1747: 

Der Mönchsteich " war wüst und öde geworden". Nach dem Verzeichnis sind " 21 Nachbarn und 96 Seelen im Orte". 

1749: 

In Thüringen war eine Heuschreckenplage. "Die Geistlichen mußten zur Abwendung der Plage in Kirchen und Schulen Betstunden abhalten." Herzog Ernst Friedrich von Hildburghausen und seine junge Gemahlin zogen durch Brünn. Begrüßung daselbst! 

1751: 

Poppenwind mußte in diesem Jahr Flößholz in Hildburghausen aus der Werra ziehen. 

1753: 

Die Hut im Walde wird den Nachbarn verboten. 

1754: 

Eine große Teuerung herrscht im Lande. 

1755: 

Eine Weisung geht an die Schultheisen. "Den Einwohnern bei Strafe zu verbieten, bei Kindtaufen und Gevatterschaften nicht so großen Aufwand zu machen und keine großen Geschenke zu geben." 

1756: 

Oberstleutnant Greiner stirbt. An ihn erinnert noch heute der "Greinersrangen."

1757: 

Die Erben des Verstorbenen Greiner leben hier. Hauptmann Andreas von Rhein, Hauptmannswitwe von Kratzenstein, Hofadvokat Theobald Valentin Reinhardt und Sophie von Schottenstein zu Schottenstein. Diese wollten keine Dorfwache tun. Die Gemeinde beschwerte sich wiederholt darüber. 

1760: 

Sebastian Brust war Besitzer des alten Schulhauses. In ihm befand sich damals eine Bäckerei und eine Wirtschaft. Der am Schulhaus vorbei führende Weg heißt daher Beckengasse (Bäckersgasse). Ein Raum im alten Schulhaus war der Tanzboden. 

1761: 

Im Orte befand sich ein Lazarett. Dort sollen 3 Soldaten verstorben sein. Diese wurden wohl am Wege unter dem Dorfe beerdigt. 

1762: 

Eine Amtliche Mitteilung besagt, daß alle Ziegen, welche im Wald getroffen werden, zu erschießen sind. Die Einzelhut wurde weiterhin gestattet. 

1767: 

Die Dorfweth wurde erneuert. Sie wurde an 3 Seiten mit Mauerwerk versehen, der Boden mit Steinplatten belegt. Die Gemeinde beschließt das Halten eines Ziegenhirten. "Weil die Ziegen nicht mehr in den Wald dürfen und durch das Hüten der Kinder auf dem Felde Schaden entstanden und Hader und Zank herbeigeführt worden."  

1770-1772: 

In Deutschland herrscht Teuerung und Hungersnot. 

1774: 

Die Grenze zwischen Brünn und Poppenwind, vom Fürstenberg bis an das Seligenthal wurde berichtigt. 

1781: 

Der Pächter Kayser aus Brattendorf pachtet die Schafweide. 

1792: 

Preußische Truppen zogen an den Rhein, um gegen die Französischen Revolutionsheere zu kämpfen. Teile von ihnen passierten den Ort. 

1795: 

Poppenwind, Brattendorf und Merbelsrod mußten 2 Soldaten stellen. 

1796: 

Ein Kalkofen wurde auf Gemeinderechnung betrieben. 

1801: 

Die Gemeinde kauft das halbe Sandgut und einen Acker" im Talacker" von J. Bauer in Brattendorf. 

1804: 

Scharfe Mandate werden gegen Diebes- und Raubgesindel erhoben. Kommandos durchstreifen hiesige und benachbarte Waldungen nach selbigen. 

1806: 

Das Gemeindehaus wird an Valentin Schelhorn verkauft. Das Herzogtum Hildburghausen tritt dem von Napoleon gestifteten Rheinbund bei und mußte sich verpflichten 200 Soldaten zu stellen. Poppenwind zählt 180 Seelen. 

1806/1807: 

Der Gemeindekalkofen wurde noch betrieben. 

1807: 

Poppenwind, Brattendorf, und Merbelsrod stellen dem Rheinbund 4 Soldaten. Schilling, Kreußel, Hohenstein, Josef Schmidt. Ein Hirtenhaus wird gebaut. 

1808: 

Französische Soldaten zogen durch den Ort. 

1809: 

Die Bierschenke wird verpachtet, an Wilhelm Weser. Der kleine Fußweg, das Gäßlein/ die Gaß, wird mit Steinen belegt. 

1811: 

Die Gemeinde kauft das Heiligenholz vom Kirchkasten zu Eisfeld. 

Der Feuerlöschteich wird angelegt. Ersterwähnung der Poppenwinder Feuerlöschwesens.

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1812: 

Raub- und Diebesgesindel streifen durch die Wälder. Mehrfach kommen Streifenkommandos hier her. Napoleon I. trifft seine Vorbereitungen zum Zug nach Rußland. Truppen marschieren durch den Ort. Der Feuerteich wird gebaut. 

1813: 

Der Bierzwang des Klosters Veilsdorf hört auf. Die Kriegslasten häufen sich besonders nach der Schlacht bei Leipzig. Einquartierungen und Truppendurchzüge. 

1818: 

Die Bierschenke wird von einem Georg Mann gepachtet. 

1820: 

Der Kirchturm zu Brünn wird gebaut 

1827/28: 

Der Gemeindebackofen wird gebaut. (Ich selbst habe schon des öfteren Zwiebelkuchen, Streußelkuchen und andere schmackhafte Sachen aus selbigem verspeist. Er wurde auch zum Trocknen von Zwetschgen genutzt. Es wurden daraus die "Hutzeln") 

1831: 

Die Cholera breitet sich aus und ist im Anzug auf Mitteldeutschland. In Poppenwind wird eine Beobachtungsstation errichtet. 

1837: 

Poppenwind kauft das durch die hiesige Flurgemarkung gehende Stück Landwehr und später noch kleinere Stücken an der Müllerswiese, so die Veilsdorfer Frondienstwiese (Jägerswiese).

 

       

Einige der noch vorhandenen Grenzsteine nahe der Landwehr in Richtung Wiedersbach. Sie trennten einst das Herzogtum Meiningen vom Königreich Preußen. Noch heute werden die Wiedersbacher daher die Preußen genannt.

1838: 

Die Bierwirtschaft pachtet Andreas von der Weth. 

1840: 

Der Schneidermeister Tobias Ebert pachtet die Gemeindeschenke. 

1842: 

Die Gemeinde kaufte Heinrich Schulmeister ein ihm gehörendes Wohnhaus nebst Stadel und Land ab, um darin eine Schule zu gründen. 

1844: 

Am 29. September wurde die Schule eingeweiht. 

1846: 

Man begann den Weg die Sandgasse hinauf zu bauen. 

1847:

Ein gewisser Adam Hofmann aus Poppenwind schiffte am 8. Januar in Bremerhafen nach Amerika aus. Seine Frau Rosanna Luther war aus Eisfeld. Ihre ganze Familie zog mit. Hiervon ist zwar in keinen Akten etwas verzeichnet, jedoch stehe ich in persönlichem Kontakt zu einer Nachfahrin und ihrer Familie in Utha, USA und kann dies daher mit Bestimmtheit sagen. 

1848: 

Der "Sandbrunnen" wird gebaut. Um eine Bürgerwehr gründen zu können, kaufte die Gemeinde in Suhl 34 Gewehre und eine Trommel in Eisfeld.

"Am 25 März früh um 9 Uhr kamen die Waffenröder und Hinterröder und machten großen Aufruhr im Dorfe. Die Nachbarschaft mußte sich anschließen und mit nach Hildburghausen ziehen wegen des Forstmeisters Künzberg, welcher zur Stadt hinaus gejagt werden sollte. Er war aber schon fort."

Der Schneidermeister Tobias Ebert wandert nach Amerika aus. 

1851:

Die Schultheißenwiese am Hirtenhaus, die Forst- und Müllerswiese und die Wiese im Hirtengründchen wurde "34 Nachbarn in Erbpacht gegeben." Die Gemeinde kauft das Haus des Christoph Kirchner und verkauft es auf Abriss an Kaspar Schilling in Brünn. Seit dem fehlt in Poppenwind die Hausnummer 15.  

1854: 

Fam. Adam Arnold wandert nach Amerika aus. 

1855: 

Eine Schäferei mit 200 Stück Vieh wird eingerichtet. Die Straße nach Brünn wird gebaut. 

1859: 

Am Pfaffenberg werden Kirsch-, Pflaumen- und Zwetschgenbäume gepflanzt.  

1860: 

Der untere Dorfbrunnen wird wieder hergerichtet. Die Schankgerechtigkeit liegt nun bei Peter Hofmann. 

1861: 

Johannes Arnold und Johann Valtin Mann wandern nach Amerika aus. 

1864: 

Gottmann Schmidt pachtet die Schankgerechtigkeit. 

1866: 

Der Deutsche Krieg: Es marschieren mit aus Wilhelm Hösch, Eduard von der Weth, Moritz Dreßel. 

1867: 

Der Ort hatte 232 Seelen. 

1868: 

Neue Kirschbäume werden am Pfaffenberg gepflanzt. 

1869: 

Das neue Gemeindehaus wird gebaut. Die Gemeinde verkauft das Wächtershaus Nr.12 an Ludwig Hösch. 

1870: 

Der Feldzug gegen Frankreich, 9 Personen aus Poppenwind nehmen daran teil. 

1878: 

Die Straße nach Bürden wird gebaut. Um die Weth wird ein Zaun gebaut. 

1881: 

Der Schulgarten wird eingezäunt (Der so genannte Ottsgarten, da er von Georg Ott 1794 abgekauft wurde.) 

1886: 

Heinrich Geyer pachtet die Gemeindeschenke.

1888: 

Die Gemeinde trägt mit 300 RM zum Eisenbahnbau Eisfeld - Unterneubrunn bei. Gebaut wurde diese bis 1890. Der höchstgelegene Bahnhof auf dieser Strecke ist Schwarzbach. 

 Die Brunnenleitungen wurden repariert. Dies kostete 534 Mark, wobei für 165 M Bier getrunken wurde. "Fürwahr ein durstiger Brunnenbau". 

1893: 

Die Gemeinde kauft das Haus Nr. 16 von Johann Mann und verkaufte es an Franklin Dreßel. Das Anwesen von Emil Arnold,Nr. 20a, sowie die anstoßende Scheune des Nikol Beyersdörfer und die Gebäude des Eduard Hofmann, Nr.14a, und Heinrich Schelhorn, Nr.13, brennen nieder. Der Backofen wird neu gebaut. Es ist ein sehr dürres Jahr. 

1894: 

Weiter Brände im Ort. Es fallen den Flammen zum Opfer die Häuser von Heinrich Bauer, Ludwig Hösch, Theodor von der Weth, Martin Dehler. Der Wirt Geyer pachtet die Schankgerechtigkeit. 

1900: 

"Die Bevölkerungszahl beträgt 248 Seelen in 37 Häusern." Dem Wirt Hermann Hofmann wird erlaubt am Sandberg einen Bierkeller auf Gemeindegrund zu bauen. 

1905: 

242 Einwohner in 47 Haushalten. 

1906: 

Der Gastwirt Geyer zieht nach Brattendorf, somit wird das Gasthaus der Griebelschen Brauerei Eisfeld verkauft. Diese verkauft es weiter an Albert Bauer. 

1910: 

Der Ort zählt 251 Einwohner. 

1911: 

Das Wirtshaus des Albert Bauer brannte nieder. Beim Wiederaufbau wird ein alter wendischer Friedhof entdeckt. Mehr dazu später auf einer anderen Seite. Weiter brennen nieder die Anwesen des Richard Heß. 

1912: 

Das Haus des August Schilling in der Kitze brennt nieder. 

1913: 

Die Kaiserlinde wird auf dem Dorfplatz gepflanzt.

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1914: 

Der Ort erhält eine öffentliche Fernsprechstelle. 

1914-1918: 

Erster Weltkrieg: Es nehmen 52 Männer teil. 12 von ihnen kehren nie mehr in die Heimat zurück. 

1919: 

Am 7. März wird auf einer Gemeindeversammlung beschlossen, die Flur zu separieren. Wahl zur Nationalversammlung. In Poppenwind werden gewählt: deutsch nationale Volkspartei 54 Stimmen, Sozialdemokraten 45 Stimmen, demokratische Partei 8 Stimmen 

1921: 

Der Ort erhält elektrisches Licht. Am 21 Januar wird es zum ersten mal eingeschaltet. 

1923: 

Die Hochdruckwasserleitung wird gebaut. Siehe die Jahreszahl am Wasserwerk/Wasserhäuschen. Sie kostet 61.376.699 RM. Die Geldentwertung erreicht ihren Höhepunkt. Am 5. Januar kostet ein Pfund Butter 1900 Mark, am 5. März 6000 Mark, am 20. August 500.000 Mark, am 23. Oktober 8.000.000 Mark. Ein Zentner Kartoffeln kostet am 23. Oktober 2 ½ Billionen Mark. Einführung der Rentenmark, allmählich Normalisierung der Verhältnisse. 

1925: 

Das Kriegerdenkmal wird errichtet. Ein großes Steinernes Denkmal mit gehauenen Reliefplatten und einem riesigen Steinernen Helm obenauf. In den 60er Jahren wurde es wegen Zerfall durch ein Holzkreuz ersetzt.

1928: 

Der Feuerteich wird gebaut. (Mannsteich) 

1929: 

Am 5. April wird der Entschluss gefasst, die neue Schule zu bauen. 

1930: 

Der Ort erhält eine neue Schule. 

1937:   

Ein sehr trockener Sommer. Die Wasserleitung ist trocken, die Brunnen tröpfeln nur noch. Die Gemeinde läßt nach neuen Quellen suchen. Zu der Suche mehr auf einer anderen Seite. 3. Oktober: In Poppenwind wird ein wunderschönes Erntedankfest für die Dörfer Poppenwind, Brünn, und Goßmannsrod veranstaltet.